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Ausgangslage

Jährlich müssen sich zahlreiche Kinder in Österreich einem längeren Spitalsaufenthalt unterziehen. In vielen Fällen ist das durch eine schwere bis lebensbedrohende Krankheit bedingt. Wenn auch in den meisten Fällen davon ausgegangen werden kann, dass die Familie eine große Stütze zur Bewältigung der Situation ist, kommen neben der durch die Krankheit selbst bedingten existenziellen Ungewissheit noch folgende Probleme dazu:

  • Isolation wegen der großen Ansteckungsgefahr
  • Phasen der Abgeschiedenheit ohne spezielle Anregung
  • Isolation vom Freundeskreis, zur Herkunftsklasse und den Mitpatienten
  • Probleme, den Lernfortschritt der Herkunftsklasse mit zu vollziehen.

Die schulische Betreuung der Kinder und Jugendlichen wird von den Heilstättenschulen durchgeführt, die in Kontakt mit den Herkunftsschulen stehen. IKT unterstützter Unterricht kann gerade in diesem Umfeld mit hohen individuellen Betreuungsanforderungen die Effizienz des Unterrichts besonders steigern.

Vorprojekt

Dieses Video zeigt den Einsatz der Videokonferenzmöglichkeiten über das Internet vom Krankenbett in die Schulklasse mit einem Statement von Herrn Dr. Oberhuber als Lehrer und Psychologe an der Heilstättenschule der Landeskinderklinik Linz.Das vorliegende Projekt basiert auf den Erfahrungen, die im Rahmen des von der Oö. Landesregierung finanzierten Projektes IICC gemacht wurden. Dabei wurden sowohl die onkologische wie auch die chirurgische Station der Landeskinderklinik von EDUHI mit Laptops und einer Computervernetzung inkl. Einbindung ins Schulnetz (ASN Austrian School Network) versorgt. Die Kinder im Spital konnten über ip-basierten Videokonferenzen mit ihren Freunden und Klassenkollegen kommunizieren und teilweise sogar am Klassenunterricht teilnehmen. Zugleich hatten sie Zugang zu Bildungsmedien. Eine umfangreiche technische, psychologische und organisatorische Betreuung war ausschlaggebend für den Erfolg des Projektes.

Im St. Anna Kinderspital wird ein ähnliches Projekt durchgeführt. IICC hat auf die Erfahrungen von St. Anna zurückgegriffen und es ist auch für dieses Projekt eine Vernetzung mit den Aktivitäten im St. Anna Kinderspital geplant.
Nähere Informationen zum Vorprojekt können Sie auf dieser Webseite abrufen: http://iicc.eduhi.at

Projektidee und Innovation

Mit Hilfe der Informations- und Kommunikationstechnik soll nun in Kooperation mit den Heilstättenschulen und den klinischen Psychologen versucht werden, die drei o. a. Probleme als Herausforderungen anzunehmen. Damit ziehen einerseits die Heilstättenschulen in technischer Hinsicht mit allen anderen Schulen in Österreich gleich, wo IKT unterstütztes Lernen längst Alltag ist. Die große Stärke der IKT bei der Unterstützung der Individualisierung des Unterrichts ist in den Heilstättenschulen notwendig wie kaum anderswo. Andererseits kann IKT hier Unterstützung von Formen der Kommunikation sein, die sonst nicht möglich wären. Zahlreiche berührende Beispiele aus dem Vorprojekt beweisen das. Durch die Teilnahme von KulturKontakt Austria eröffnet sich die Möglichkeit, die betreuten Kinder und Jugendlichen mit Kunst und Kreativität positiv zu motivieren.

Ziele dieses Projektes sind nun:

  1. Beitrag zur Qualitätssicherung des Unterrichts an Heilstättenschulen und Herkunftsschulen
  2. Unterstützung des Unterrichts an Heilstättenschulen und Sichtbarmachen und Vernetzung nach Außen
  3. Ermöglichen von selbst gesteuertem Lernen am Krankenbett
  4. Unterstützung der Kommunikation zwischen Herkunftsschule und Heilstättenschule
  5. Unterstützung der Kommunikation zwischen Kindern im Spital und Freundeskreis / Klassenkollegen / Familie
  6. Unterstützung der Kommunikation zwischen isolierten Kindern im Spital
  7. Stärkung der Selbstkompetenz und Förderung der Sozialkompetenz bei allen Beteiligten
  8. Erhaltung des sozialen Netzes und Öffnung der Heilstättenschulen nach Außen
  9. Vermittlung von Lebensfreude durch selbsttätiges kreatives Arbeiten

Mittel / Methoden zur Verwirklichung dieser Projektidee sind:

  1. Entwicklung eines Betreuungskonzepts in organisatorischer, pädagogischer, methodisch didaktischer, technischer und psychologischer Hinsicht inklusive einer Machbarkeitsstudie für einen generellen Einsatz an allen Kinderkliniken und in häuslicher Pflege sowie Unterstützung aller Heilstättenschulen bei der Umsetzung der o. a. Ziele
  2. Aufbau eines serverbasierten Informations- und Kommunikationssystems mit folgenden Funktionen:
    • Zugang zu Bildungsmedien
    • Zugang zu den E-Learning Materialien auf Bildungsservern
    • Videokonferenz zwischen Klinik und Schule / privat
    • Ausstattung der teilnehmenden Pilotschulenschulen (Landeskinderklinik Linz, Kinderklinik Wels, Universitätsklinik Innsbruck) mit der notwendigen technischen Infrastruktur zur Sicherstellung der Vergleichbarkeit in technischer Hinsicht
  1. Unterstützung der o. a. Ziele durch Projekte personaler Kunstvermittlung
  2. Öffentlichkeitsarbeit
  3. Vernetzung mit anderen Projekten und Aufbau nationaler und internationaler Kontakte
Ein Projekt des Bildungsministeriums, Abteilung Sonderpädagogik, unterstützt aus der Bildungsinnovationsmilliarde.
Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur education highway KulturKontakt Austria Kinderklinik Linz Heilstättenschule Innsbruck Klinikum Wels